Ein Architekt für Umbau hat eine andere Aufgabe als der Neubauplaner: Er bekommt kein leeres Blatt, sondern ein Haus mit Geschichte, Eigenheiten und Grenzen. Genau darin liegt die Chance. Sanieren, erweitern, umnutzen, der Bestand birgt oft mehr Möglichkeiten, als man ihm zutraut.
Umbau ist Übersetzung
Ein guter Umbau übersetzt zwischen den Zeiten: Er nimmt, was trägt, lässt los, was nicht mehr passt, und fügt Neues so ein, dass ein stimmiges Ganzes entsteht. Das verlangt mehr als Routine, es verlangt jemanden, der die Sprache des alten Hauses versteht und sie behutsam weiterspricht. Wie dieses Verstehen beginnt, beschreibt der Beitrag Bauen im Bestand.
Der beste Umbau sieht aus, als wäre er immer schon so gewollt gewesen.
Sanieren, erweitern, umnutzen
Umbau hat viele Gesichter. Eine Sanierung bringt müde Substanz zurück ins Leben. Eine Erweiterung schafft neuen Raum, ohne den Charakter zu verlieren. Eine Umnutzung gibt einem Gebäude eine ganz neue Aufgabe, aus der Scheune wird ein Wohnhaus, aus dem Ladenlokal ein Atelier. In jedem Fall gilt: Der Architekt für Umbau denkt das Bestehende neu, statt es zu überschreiben.
Warum der Bestand gewinnt
Wer umbaut statt neu zu bauen, erhält die graue Energie der vorhandenen Substanz, spart Abriss und Entsorgung und schont das Grundstück. Umbau ist damit eine der ehrlichsten Formen nachhaltiger Architektur, und oft auch die wirtschaftlichere, weil das Fundament schon steht.
Umbau als Baukunst
Für BAMM ist der Umbau keine Verlegenheitslösung, sondern eine eigene Disziplin der Baukunst. Im Rahmen der holistischen Baukunst wird aus Begrenzung Gestaltung: Jede alte Mauer, jede vorhandene Höhe, jeder bestehende Blick wird zum Material des neuen Entwurfs. So entsteht ein Haus, das seine Geschichte trägt, und zugleich ganz heutig ist.
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